Unser augenzwinkernder Beitrag zum Tag des Toilettenpapiers hat offenbar genau den richtigen Nerv getroffen. Gleich zwei wunderbare Rückmeldungen aus der Leserschaft zeigen: Das stille Örtchen ist alles andere als ein Tabuthema – es steckt voller Nostalgie, Kunst und handfestem Humor!
Kulturgut vom Donnerbalken: Erinnerungen an die Waldjugend
Unsere treueste Leserin und Freundin Karin kramte nach unserem Artikel tief in der nostalgischen Liedgut-Kiste. Bei früheren Freizeiten der Waldjugend gehörte dieser melodische Hilferuf am Zeltplatz-Plumpsklo zum festen Repertoire – ein echter Ohrwurm mit dramatischem Finale:
„Auf dem Donnerbalken saßen zwei Gestalten,
und sie schrien nach Klopapier, Klopapier!
Und da kam der Dritte, setzt sich in die Mitte…
Und da kam der Vierte, der sich gleich beschmierte…
Und da kam der Fünfte, der die Nase rümpfte…
Und dann kam der Sechste, der alle gleich bekleckste…
Und dann kam der Siebte, als der Balken wippte…
Und dann kam der Achte, als der Balken krachte…
Und dann kam der Neunte, als die Kacke schäumte…
Und dann kam der Zehnte, brachte das ersehnte –
K L O P A P I E R !“
Wer bei den Pfadfindern oder auf Jugendfreizeiten war, kann die Melodie vermutlich sofort mitsingen. Ein echtes Stück deutscher Lagerfeuer-Kultur!
Vom Neckar nach Oberbayern: Binauer Kunst im kleinsten Klomuseum der Welt
Unsere liebe Freundin und Künstlerin aus Föhren Anna schickte uns einen Gruß, der beweist, wie nah Sanitärgeschichte und moderne Kunst beieinanderliegen: Sie erinnerte an das Kleinste Klomuseum der Welt im oberbayerischen Olching bei München.
Museumsgründer Michael Peter sammelt dort historische Nachttöpfe, kuriose Kloschüsseln und Dokumente zur Geschichte der Notdurft. Nach einem Zeitungsbericht über Annas Haus – Annamalt /// Künstlerhaus Föhren – wurde der Museumsbetreiber auf ein ganz besonderes Kunstobjekt aufmerksam: Eine provokante Toiletten-Skulptur mit politischem Statement als Beistelltisch.

Mittlerweile ist ein Foto dieses Objekts fester Bestandteil der Ausstellung in Olching – ein Gruß aus unserer Ecke direkt ins Kuriositätenkabinett der Sanitärgeschichte.
Vielen Dank für diese herrlich bunten Anekdoten! Sie beweisen einmal mehr: Ein bisschen Humor und der Mut, Alltägliches nicht zu bierernst zu nehmen, verbinden – ob am Lagerfeuer, im Museum oder hier bei uns im Ort.











9 Kommentare
Ein Röllchen drehblättrig und rein,
wollt’ lieber ein Seidentuch sein.
Ein Wisch und ein Graus,schon war es vorbei,
ne richtig schlimme Schweinerei.
😅
Ein Hamster lief eilig durchs Tor,
und kaufte sich Rollen auf Vorrat.
Der Keller voll Packen,
um sicher zu kacken,
doch steht nun der Haufen im Flur!
Es hängt so einsam und allein
Am Pappzylinder, bleich und klein.
Ein treuer Rest vom weißen Glück,
Das allerletzte Reißestück.
Der Blick schweift bang durchs ganze Bad,
Weil niemand hier Erbarmen hat.
Kein Vorratsschrank, kein frisches Pack,
Das Schicksal trifft dich voll im Nackt.
Du nimmst es sanft mit stummem Flehn,
Musst sparsam mit der Fläche gehn.
Ein Falten hier, ein Knicken dort,
Dann spült die Flut das Letzte fort.
Zurück bleibt nur der leere Kern,
Die Rettung liegt in weiter Fern.
😂
Ganz spontan, lieber Michael:
Die Rettung liegt in weiter Fern……
Nur gut, dass kein Corona mehr,
was das Besorgen machte schwer.
Das teure Gut, stets heiß begehrt,
fehlt in Regalen, oft vermehrt,
was das Besorgen macht zum Sport,
mitunter dachte man an Mord,
wenn einer nahm die letzten Rollen,
die selbst man hatte haben wollen.
Drum sind wir froh, ’s ist jetzt vorbei,
mit dieser Rollenhamsterei!
super! Ja, das war nach heutiger Sicht unglaublich. Ich frage mich, zu was wir alle imstande sind, wenn es ums nackte Überleben geht und sei es nur um den eigenen Arsch zu retten (säubern). Liebe Karin, grandios.
Michael, großartig! Deine Zeilen bringen soviel Freude und Spaß beim Lesen!
😂😂😂
Was rauß muss, muss rauß….
Danke Karin.