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Aus Liebe zum Gemüse: Zu Besuch bei Felix „Beetfluencer“ in Neckargerach

Wer in unserer Region nach nachhaltigem, mit echtem Herzblut gezogenem Gemüse sucht, kommt an ihm nicht vorbei: Felix Strein. Der 31-jährige Neckargeracher hat vor sechs Jahren mit seinem Bruder Niklas das Projekt „Beetfluencer“ ins Leben gerufen und zeigt eindrucksvoll, was mit familiärem Zusammenhalt, innovativen Ideen und dem konsequenten Verzicht auf Chemie im heimischen Garten alles möglich ist.

Begonnen hat alles 2020 gemeinsam mit seinem Bruder. Inzwischen führt Felix das Projekt, unterstützt von seiner Freundin, mit ungebrochener Leidenschaft weiter. Dass „Beetfluencer“ ein echtes Familienprojekt ist, zeigt sich schon bei der Infrastruktur: Die professionellen, robusten Holzgewächshäuser – ein älteres und ein neu gebautes – in Zusammenarbeit mit seinem Vater, einem gelernten Schreiner.

Intelligenter Anbau statt Chemie

Auf den Anbauflächen in Neckargerach sucht man Kunstdünger oder chemische Spritzmittel vergebens. Felix setzt auf natürliche Kreisläufe. Gedüngt wird organisch mit eigenem Kompost, als Feuchtigkeitsspeicher dient Mulch aus Rasenschnitt. Eine Besonderheit ist die sogenannte Dammkultur: Ein Großteil des Gemüses wächst auf angelegten Erdhügeln. Diese Methode erwärmt den Boden im Frühjahr schneller, erleichtert die natürliche Unkrautkontrolle und spart in den immer heißer werdenden Sommern wertvolles Wasser.

Der Aufwand spiegelt sich in der Vielfalt wider. Kürbisgewächse wie Hokkaido oder Butternut sind anbautechnisch absolute Favoriten von Felix. Doch auch Paprika, Zuckermais und winterfester Grünkohl gedeihen hier prächtig. Zudem scheut sich der passionierte Gärtner nicht davor, immer wieder neue Sorten und Kulturen auszuprobieren. In diesem Jahr stehen beispielsweise Melonen als neues Experiment auf dem Plan, um zu testen, wie sie sich im heimischen Garten entwickeln. Besonders kreativ wird es bei den kleinen Snackgurken: Sie ranken platzsparend an ausgedienten Fußballtornetzen in die Höhe, was nicht nur toll aussieht, sondern auch die Ernte enorm erleichtert. Geschmacklich schlägt sein Herz jedoch für die Tomate. Ob kleine Cocktailsorten oder die klassische San Marzano für aromatische Soßen – jede einzelne Pflanze zieht er liebevoll heran.

Gemüse auf Spendenbasis und lokales Netzwerk

Obwohl das Klima – insbesondere die extreme Hitze und die drohende Braunfäule bei Freilandtomaten – immer wieder Herausforderungen mit sich bringt, steht bei Felix nicht der wirtschaftliche Profit im Vordergrund. Das Projekt trägt sich finanziell nicht von selbst, sondern lebt von der Hingabe.

Verkauft wird das Gemüse daher nicht im klassischen Sinne. Jeden Freitag und Samstag finden die frischen Erträge ihren Weg in den örtlichen Deko-Laden von Petra Frick, wo sie auf Spendenbasis den Besitzer wechseln. Zudem gibt es eine erste, spannende Kooperation mit der lokalen Gastronomie: Das Restaurant „Rotes Emu“, das sich ebenfalls im Ort in direkter Nachbarschaft zum Garten der Beetfluencer befindet, bekommt frisches Gemüse quasi „auf Zuruf“ direkt vom Beet in die Küche geliefert.

Doch Felix gibt sein Wissen auch gerne an die nächste Generation weiter. In einer wunderbaren Zusammenarbeit mit dem evangelischen Kindergarten Neckargerach bepflanzte er gemeinsam mit den Kindern kindgerechte Hochbeete aus Europaletten. So lernen schon die Kleinsten, wie viel Arbeit, aber auch wie viel Freude in einer eigenen kleinen Ernte von Snackgurken und Cocktailtomaten steckt.

Blick in die Zukunft

Die Ideen gehen dem „Beetfluencer“ noch lange nicht aus. Für die Zukunft träumt Felix von einer Erweiterung der Anbaufläche auf über 1000 Quadratmeter, dem Aufbau eines eigenen Gemüsekiosks und einer noch intensiveren Vernetzung mit der Gastronomie unserer Region.

Wer die Entwicklung des Neckargeracher Gartens mitverfolgen möchte, findet Felix und sein Projekt auf Instagram unter @beetfluencer. Ein Stück gelebte Nachhaltigkeit direkt vor unserer Haustür – und eine absolute Bereicherung für unsere Region.

Anmerkung der Redaktion: Unterstützen Sie das Projekt „Beetfluencer“!

Wie im Artikel berichtet, sprudelt Felix Strein voller Ideen und träumt davon, sein nachhaltiges Gartenprojekt in Zukunft weiter auszubauen. Dafür sucht er dringend nach zusätzlicher Anbaufläche (gerne ab 1000 Quadratmeter). Haben Sie in Neckargerach, Binau oder der näheren Umgebung ein ungenutztes Grundstück, eine brachliegende Gartenfläche oder Ackerland, das Sie für diesen wunderbaren und regionalen Zweck zur Verfügung stellen möchten? Melden Sie sich gerne direkt bei Felix über seinen Instagram-Kanal @beetfluencer , Facebook oder kontaktieren Sie unsere Redaktion über das Kontaktformular– wir leiten Ihre Nachricht umgehend weiter.

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