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Zweiter Adventstreff Binau: Dem Alltag für einen Moment den Rücken kehren

Der zweite Adventstreff in Binau fand am vergangenen Donnerstag wie gewohnt vor dem Rathaus statt und wurde vom Karnevalsverein ‚Binemer Weffze’ ausgerichtet. Der Treff war für viele ein Moment der Gelegenheit, dem Alltag für einen Abend lang den Rücken kehren, ins Gespräch zu kommen und gleichzeitig die Möglichkeit nutzend, nicht zu Hause am Herd stehen zu müssen. 

Selbst Bürgermeister Dominik Kircher nahm die Gelegenheit für heißes Getränk und Gespräch wahr, bevor er zur Verbandsversammlung des Zweckverband WVG Mühlbach nach Helmstadt fahren musste.

„Was etwa zwei Jahre lang karnevalistisch über den Sportverein lief, wurde im Mai 2000 getrennt. So entstand aus dem Sportverein heraus, der Karnevalsverein Binemer Weffze“, erzählt Uwe Baumann. Er übernahm nach drei Jahren als Vizepräsident des Vereins das Amt des Präsidenten, das er mittlerweile seit 19 Jahren inne hat.

„Kinder-Nachwuchssorgen haben wir nicht“, berichtet Kerstin Ihrig, die seit 11 Jahren dabei ist und als Schatzmeisterin den Inhalt der Kasse des Vereins ‚im Auge‘ hat. „Erwachsenen-Nachwuchssorgen sind es“, sagt sie weiter. Die Anzahl der Aktiven hat sich verändert. Woran liegt das? Werner Müller, Vorstand des Vereins, berichtet: “Ältere Mitglieder klinken sich allmählich aus, die dann fehlen, vor allem mit ihrem Erfahrungsschatz. Da haben wir ein großes Loch.“

Die Corona-Zeit war hier ebenfalls ausschlaggebend. „Diese Zeit hat dem Verein sehr geschadet“, berichtet Werner Müller. Viele ältere waren vor dieser Zeit noch dabei und sind dann danach weggeblieben.“ 

Der Verein nimmt natürlich neben vielen anderen Veranstaltungen, die er selbst ausrichtet, an verschiedenen Fastnachtsumzügen teil, wie z.B. in Bad Rappenau, Neckargerach und Haßmersheim. „Letztes Jahr hatten wir einen Platten während des Umzuges in Neckargerach“, erzählen sie lachend. Für diesen Umzug bedeutete es das aus. Das Problem wurde aber souverän gemeistert, nachdem der Wagen aus der Schlange herausgezogen war.  

Wie ist es mit dem Arbeitseinsatz? 20 Arbeitsstunden sind es, die jedes Mitglied erbringen sollte, was sogar in der Satzung verankert ist. Es dient dazu, dass nicht alle Arbeiten an wenigen hängen bleibt.

Hier an dieser Stalle sei verraten, dass der Verein momentan dabei ist, den Umzugswagen neu zu gestalten. Dieser steht in einer angemieteten Halle in Obrigheim. Meistens wird an den Samstagabenden daran gearbeitet. 

Am Adventstreff sind die ‚Binemer Weffze‘ fast immer dabei. Dieses Jahr spielte das Wetter mit. Doch letztes Jahr hatte es an dem Tag geregnet, als sie den den Treff ausrichteten. Dies hielt die Binauer aber nicht davon ab, dabei zu sein. „Wir waren positiv überrascht und hätten nicht gedacht, dass so viele Leute kommen“, erzählt Werner Müller. 

Hervorgehoben wird die tolle Zusammenarbeit und das Miteinander zwischen den Vereinen Binau. Nach Zwist in der Vergangenheit haben sie es geschafft, sich wieder anzunähern. Schon seit Jahren übernimmt beispielsweise der Schützenverein die Getränkeausgabe bei der Prunksitzung, während die ‚Binemer Weffze‘ bei den Festivitäten des Schützenvereins diesem zur Seite steht. Der Faschingsverein ist nicht nur zur Karnevalszeit tätig, sondern richtet im Juni die Sonnwendfeier aus. Hierbei zeigte der Sportverein schon tatkräftigen Einsatz.

Fazit: Das Ausrichten eines Adventstreffs birgt viele positive Aspekte. Zum einen unterstützt er die Vereine finanziell und ist eine Möglichkeit, neue Mitglieder zu akquirieren. Zum anderen tragen sie dazu bei,  das Dorfgeschehen zu bereichern, die Bewohnerinnen und Bewohner näher zusammen rücken zu lassen und Gemeinschaft zu leben. 

Das ist es auch, was Altbürgermeister Peter Keller mit der Gründung des Adventstreffs vor gut 20 Jahren in Binau erreichen wollte. Damals war er im Dezember in der Partnergemeinde Lindau (im Harz) zu einem runden Geburtstag des damaligen Amtsbürgermeisters eingeladen. Dort erlebte er solch einen Adventstreff, stattfindend vor der Pfarrkirche, an den Donnerstagen vor Weihnachten. „Er diente als Treffpunk, um sich unterhalten zu können, ohne Programm“, erzählt Peter Keller. Das gefiel ihm so sehr, dass er diese Idee mit nach Binau brachte und gleich in der Weihnachtszeit im darauffolgenden Jahr umsetzte. Laut Peter Keller wurde die Form fast eins-zu-eins übernommen. Der Hauptunterschied liegt wohl darin, dass in Lindau der Sportverein alle Adventstreffs ausrichtet, während in Binau dies unter den Vereinen aufgeteilt wird. 

Von Beginn an fand der Adventstreff großen Anklang bei der Binauer Bevölkerung und zählt mittlerweile zur gelebten Tradition des Ortes.

Eindrücke vom 2.Adventstreff in Binau

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