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Kommentar: Dorfladen in Binau – warum die Information von außen kam

Die Freude über den neuen Dorfladen in der Binauer Siedlung ist gewiß. Umso erstaunlicher ist jedoch der Weg, auf dem viele Bürgerinnen und Bürger davon erfahren haben: nicht über die Gemeinde, nicht über das Amtsblatt, nicht über die Binauer Facebookseite – sondern über einen Zeitungsartikel in der gestrigen Ausgabe der Rhein-Neckar-Zeitung.

Bei einem Projekt, das den Alltag im Ort unmittelbar betrifft und seit der Schließung der letzten Einkaufsmöglichkeit ein Dauerbrenner in Gesprächen und auch bei der Bürgermeisterwahl Thema war, wirft diese Informationspolitik Fragen auf. Warum wurden die Binauer nicht frühzeitig und transparent informiert? Warum gab es keinen öffentlichen Hinweis, keinen Aufruf, keine Beteiligung?

Ebenso bleibt offen, weshalb die Bürgerschaft nicht aktiv in die Entscheidungsfindung eingebunden wurde. Umfragen des Online-Magazins für Binau und Umgebung zeigen seit längerem, dass sich viele nicht nur einen Ort zum Einkaufen wünschen, sondern einen Treffpunkt – einen Platz für Begegnung und Austausch. Diese Perspektive hätte wertvolle Impulse liefern können.

Für zusätzliche Irritation sorgte die letzte Gemeinderatssitzung. Auf eine konkrete Nachfrage des Online-Magazins zum Thema Dorfladen blieb es bei vagen Andeutungen. Statt offen zu informieren, wurde der Eindruck erweckt, als müsse etwas zurückgehalten werden. Gerade bei einem Projekt, das mit öffentlicher Unterstützung und Fördermitteln umgesetzt wird, ist Zurückhaltung fehl am Platz.

Ein weiterer kritischer Aspekt betrifft die geplante ausschließlich bargeldlose Bezahlung. Der Zugang zum Laden sowie der Bezahlvorgang sollen nur per EC- oder Kreditkarte möglich sein. Das mag zeitgemäß erscheinen, schließt jedoch bestimmte Bevölkerungsgruppen faktisch aus – etwa ältere Menschen, Kinder und Jugendliche oder Bürgerinnen und Bürger, die bewusst bar bezahlen möchten oder müssen. Auch diese Frage hätte im Vorfeld offen diskutiert werden müssen.

Das persönliche Engagement von Jonas Backfisch steht außer Frage und verdient Anerkennung. Er schließt eine Versorgungslücke und investiert eigenes Geld – ein Einsatz für den Ort. Doch genau deshalb hätte der Prozess von Seiten der Gemeinde offensiver begleitet werden müssen.

Der Dorfladen wird zweifellos ein Gewinn für Binau sein. Die Art der Kommunikation jedoch hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Für künftige Projekte gilt: Transparenz, Information und echte Bürgerbeteiligung sind keine Nebensache, sondern Grundlage eines lebendigen Dorfes.

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