Wer an Urlaub denkt, hat gewiss nicht sofort Armenien als Reiseziel im Kopf.
Auf meinen Reisen zieht es mich gerne in unbekanntere Länder dieser Welt.
Es lohnt sich, hin und wieder über den Tellerrand zu schauen und man wird überrascht sein, welche Wunder es auf unserer schönen Erde zu entdecken gibt.
Mit einer Fläche, die dem Bundesland Brandenburg entspricht, befindet sich das kleine Land in der Kaukasusregion in Westasien.
Die ideale Reisezeit liegt zwischen den Monaten Mai und Oktober.
Ich entschied mich für eine extra Portion Abenteuer und reiste im Dezember an.
Im Winter darf man sich neben herrlichen Schneelandschaften ebenso auf eisige Temperaturen bis zu -10 Grad einstellen!
Die Währung des Landes ist der Armenische Dram.
Ich habe Bargeld in einer Wechselstube getauscht. Wechselstuben gibt es viele am Flughafen und in der Stadt.
In Armenien kann nicht mit Euro bezahlt werden. In der Stadt und in den touristischeren Gebieten kann man auch mit Karte zahlen. In den ländlicheren Gebieten wird es jedoch etwas schwierig mit Karte zu bezahlen. Man sollte schon immer etwas Bargeld dabei haben.
Die bequemste Möglichkeit, die Hauptstadt Jerewan zu erreichen und sich günstig innerhalb der Stadt zu bewegen, bietet die Taxi-App „Yandex Go“.
Innerhalb weniger Minuten stand ein Fahrer am Flughafen für mich bereit, der mich für umgerechnet 4,00 € zu meiner Unterkunft brachte.
Jerewan lässt sich jedoch ausgezeichnet fußläufig erkunden.
Die Stadt ist nicht mit Touristen und Souvenirshops überfüllt.
Ohne Gedränge lassen sich die zahlreichen Gebäude, Märkte und Museen rund um den Republic Square erkunden.
In der Hauptstadt ist Englisch, besonders unter den jungen Leuten, weit verbreitet und stellt keine Sprachbarriere dar. Anders sieht es in den ländlicheren Gebieten aus, wo sich aber per Handy-Übersetzer oder im Notfall per Zeichensprache (sich mit Hand und Fuß verständigen) schnelle Abhilfe schaffen lässt.
Es dauert nicht lange, bis man das Nationalsymbol des Landes in der Ferne erblickt: Der heilige Berg Ararat.
Ein erloschener Vulkan, der durch die Erzählung Arche Noahs in der Bibel bekannt wurde. Er steht für Hoffnung, Versöhnung und Neuanfang.
Wie ich auf meiner Rundreise feststellte, ist man nahezu an jedem Ort von der Anwesenheit des 5.000 Meter hohen Berges umgeben.
Armenien ist das Land zahlreicher Kathedralen und Klöster.
Eine der bekanntesten sind die Mutterkathedrale Etschmiadsin und das Kloster Geghard. Beide sind definitiv einen Besuch wert.
Weitere schöne Naturschauplätze findet man bei der Schlucht des Kasagh-Flusses oder bei den beeindruckenden Steinformationen Symphony of Stones.
Ein echter Geheimtipp ist der Aussichtspunkt am Azat Canyon.
Ist man alleine unterwegs, bietet es sich an, eine Tour über die App GetyourGuide zu buchen.
Man erhält tiefere Einblicke in die Geschichte und Traditionen des Landes und kommt nebenbei mit anderen Reisenden in Kontakt.
So befand ich mich auf einer Tour zu den Symphony of Stones plötzlich an einem Tisch mit vier RussländerInnen, die mich zum Chacha trinken einluden und mit mir auf die Völkerfreundschaft anstießen.
Auch Kulinarisch hat dieses Land einiges zu bieten.
Ich durfte beim traditionellen Lavash backen zusehen und natürlich auch probieren.
Dabei wird Teig großflächig ausgerollt und nur für wenige Sekunden an eine heiße Ofenwand gepresst. Somit bleibt das Fladenbrot außen knusprig und innen weich.
Schon für umgerechnet 8,00 € pro Gericht, lässt sich die Kunst der armenischen Küche entdecken.
Ein typisches Menü kann beispielsweise so aussehen:
Zur Vorspeise gibt es Bohnensuppe.
Als Hauptgericht wird gerne Arishta (Pasta), Lahmajun oder Kebab serviert.
Wer danach noch Hunger auf einen Nachtisch hat, sollte unbedingt Gata, ein süßes Gebäck probieren.
Silvester in Armenien
Auf dem Republic Square versammelten sich Menschen aus aller Welt.
So freundete auch ich mich zuvor in meinem Hostel mit zwei weiteren Solo-Reisenden Frauen aus dem Iran und aus Italien an.
Wir beschlossen, den Abend gemeinsam zu verbringen.
So ist man beim alleine Reisen doch nie wirklich alleine.
Zwischen Livemusik, verkleideten Weihnachtsmännern und starkem Schneefall, tanzten und feierten wir gemeinsam mit den ArmenierInnen, die uns mit offenen Armen empfingen.
Um Mitternacht wurden wir mit einer beeindruckenden Drohnenshow überrascht.
Armenien ist definitiv eine Reise wert!
Wer ein Erlebnis abseits beliebter Reiseziele sucht, lernt schon innerhalb einer Woche die Schönheit und Gastfreundlichkeit des Landes kennen.

























Ein Kommentar
Ein sehr schöner, interessanter Reisebericht mit tollen Fotos, der uns bereits nach den ersten Worten neugierig abgeholt und mit Spannung bis zum Schluss begleitet hat.
Liebe Ira, wir wünschen Ihnen noch viele solcher Reisen über den Tellerrand hinaus und dass die Leser vom Binauerpuls an Ihren Abenteuern teilhaben dürfen! 👍
Karin & Gerd Mildenberger